Wie geht’s eigentlich Mathe?

Mathe war ja der erste Stolperstein in meinem papierlosen Projekt. Im Gegensatz zu Rechnungswesen gibt es in der Welt der digitalen Mathematik allerdings Fortschritte. Sogar bei Übungen zu Hause. Mit einer ganz simplen Anwendung.

Nach meinen ersten Problemen habe ich hier einige Tipps bekommen und mich auch im echten Leben ein bisschen umgehört. Das Ergebnis:  So richtig effizient digital mathematisieren die Profis mit LaTeX. Wenn ich das bisher richtig verstanden habe – und das habe ich wahrscheinlich nicht – geht das ein bisschen in die Richtung einer Programmiersprache. Damit kann man dem Computer quasi direkt mitteilen, wie das Dokument aussehen soll, als würde man den Text setzen. Es gibt also für jedes Zeichen, hoch- oder tiefgestellt, Wurzel, Bruchstrich und so weiter einfach einen Befehl. So sehe ich es zumindest bisher. Denn Latex ist nicht mal eben so zu lernen – jedenfalls nicht für mich.

Ich werde mir Latex noch genauer ansehen. Aber bis ich die Sprache gelernt habe, müssen die Formeln ja auch schon irgendwie auf den Bildschirm. Und da habe ich durch einen Mathelehrer-Tipp eine ganz angenehme Lösung gefunden: Den Formel-Editor von Microsoft Office. Nicht profimäßig, kein Geheimtipp und auch nicht der Weisheit letzter Schluss. Aber läuft.

So sieht das dann aus: Word-Dokument und Formel-Editor

Hier habe ich es noch mit der Mac-eigenen Software Grapher versucht. Das hat zwar funktioniert, aber nur mäßig. Denn: In Grapher kann man immer nur eine Zeile eingeben. Die musste ich  markieren, kopieren und als Bild in ein Word-Dokument einfügen. Dann wieder zurück in Grapher und endlich die nächste Zeile tippen.

Der Formeleditor ist für meine Zwecke deshalb besser geeignet, weil er auch für genau diese Zwecke da ist: Formeln aufschreiben. Er ist also quasi eine Textverarbeitung mit mathematischen Symbolen. Die Ergebnisse können direkt in Word importiert werden – und dann auch nachträglich bearbeitet werden. Wie das läuft seht ihr unten im Video.

Einziges und nicht unerhebliches Manko: Ich habe noch (fast) keine Tastenkombinationen gefunden. Noch klicke ich also jedes Mal auf „Bruch“, „Tiefgestellt“ oder „n-te Wurzel“ um das entsprechende Symbol zu bekommen. Trotzdem bin ich mittlerweile ähnlich schnell wie die Kollegen mit Stift und Papier.

Nur die Dozentin im Tutorium hat mich ein bisschen so angeschaut als glaube sie, ich würde hier Facebook-Nachrichten schreiben, statt ihre Aufgaben mitzurechnen. Ich habe ihr dann von meinem Versuch erzählt. Fand sie ganz interessant. Und hat mir Latex empfohlen.

Hier noch ein kleines Video von mir und meinem neuen Freund, dem Formel-Editor:

Jetzt seid ihr dran. Ist das Schwachsinn? Soviel Aufwand, wenn ich doch einfach ein Blatt Papier nehmen könnte? Habt ihr noch mehr Tipps für mich? Ich freu’ mich auf eure Kommentare.

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6 Kommentare

Eingeordnet unter Medien, Papierlos

6 Antworten zu “Wie geht’s eigentlich Mathe?

    • Hi, danke für den Tipp, habe mir LyX jetzt mal zu Gemüte geführt. Das ist auf jeden Fall ziemlich gut – denn es funktioniert im Grunde ähnlich einfach wie der oben beschriebene Formeleditor, aber eben auch LaTeX integriert. Und einige Befehle, die man ständig brauch (Bruch, hoch- und teifgestellt etc) kann ich mir natürlich schon merken und anwende. Best of both worlds, quasi 🙂 Wird am Freitag direkt im echten Leben erprobt!

  1. Karol Babioch

    Hi,

    muss als angehender Informatiker natürlich einschreiten, wenn du LaTeX als Programmiersprache bezeichnest ;). Empfehlenswert ist es natürlich trotzdem. WYSISWYG wie z.B. LyX wurden ja schon vorgeschlagen. Gibt auch ein brauchbares Eclipse Plugin namens TeXlipse.

    Was spricht eigentlich gegen ein Grafiktablett? Dürfte zum Zwecke von Skizzen und Rumrechnen besser geeignet sein, als der Versuch durch mühevolle Verschachtelung nicht unbedingt intuitiver syntaktischer Elemente etwas wie einen Schmierzettel bzw. Block zu imitieren.

    Die bisher genannten Möglichkeiten dienen ja alle viel mehr der (professionellen) Publizierung als dem schnellen Gekritzel.

    Jedenfalls gibt es bei uns durchaus Tutoren bzw. Dozenten und sogar Studenten, die darauf setzen und zurecht kommen.

    • Hi Karol,
      freut mich, hier von dir zu hören. Dass Latex keine Programmiersprache ist, ist mir im Grunde schon klar – ich wollte nur sagen, dass es mich in sofern daran erinnert, dass man etwas völlig anderes eingibt, als hinten rauskommt. Und sich einer Syntax bedient, die man eben erst lernen muss. Ist ja für den WYSISWYG-verwöhnten Normalo-User wie mich schon eher ungewohnt.
      Ich werde mir die WYSISWYG-Editoren, die ihr vorgeschlagen habt, mal ansehen, vielleicht komme ich damit ja gut zurecht.
      Insgesamt hast du natürlich recht: Ich benutze Anwendungen, die eigentlich gar nicht zum herumkritzeln oder notieren gedacht sind – daher ja auch die Schwierigkeiten. In sofern wäre wohl ein Tablet tatsächlich naheliegend, tatsächlich verwendet auch unser Mathe-Prof eines. Und auch in einem FB-Kommentar wurde es mir schon vorgeschlagen. Natürlich gibt es da ein Problem: Ich habe kein Tablet. Ich werde versuchen, in wie weit das iPad als solches funktioniert, auch dafür gibt es ja Stifte. Ich befürchte allerdings, es wird nicht an das herankommen, was Mathematiker verwenden. Es ist eben auch eher für andere Dinge gedacht.
      Das Ding ist: Meine Idee war, zu testen, ob ich von jetzt auf gleich das Papier einfach weglassen kann. Ohne größere Anschaffungen, wie ein teures Tablet. Sicherlich ist auch meine Ausstattung schon überdurchschnittlich (Stichwort iPad), aber sie war eben schon da. Und bisher sehe ich: nur mit Laptop (und gelegentlich iPad, aber eher selten) ist es echt nicht einfach. Und das aufzuzeigen ist ja auch ein Ergebnis.
      Vielleicht bekomme ich irgendwie die Gelegenheit, ein Tablet zu testen. Das wäre sicher spannend, vielleicht geht es damit ja wirklich wie am Schnürchen. Aber wie gesagt: eines kaufen kann ich im Moment eben eher schlecht, also werkel ich mit anderen Dingen herum.

  2. Pingback: Und dann kam der Scanner | provinzdepp

  3. Pingback: Ohne Papier. Mit Stift. | provinzdepp

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